DS-Rendite Fonds Nr. 116 DS National GmbH & Co Containerschiff KG LG Bielefeld spricht Anleger Schadensersatz zu

Das Landgericht Bielefeld hat in einem Urteil vom 19.12.2013, bestätigt durch Urteil des OLG Hamm vom 23.06.2014, Az. 31 U 14/14, einem Anleger, der im Jahre 2006 dem Schiffsfonds beigetreten ist, Schadensersatz in Höhe seiner Einlage abzüglich erlangter wirtschaftlicher Vorteile Zug um Zug gegen Übertragung aller Rechte aus seiner Beteiligung auf die Commerzbank AG zugesprochen.

Außerdem wurde die Commerzbank AG als Rechtsnachfolgerin der Dresdner Bank AG verpflichtet, den Anleger von allen zukünftigen Schäden und Nachteilen freizustellen, die unmittelbar und mittelbar aus dem Beitritt zum Fonds in Höhe des Nennwertes resultieren und ohne Zeichnung  der Beteiligung nicht eingetreten wären.

Die Dresdner Bank AG hatte 2006 ihren Kunden wärmstens empfohlen, sich an dem aus ihrer Sicht überdurchschnittlich rentablen Schiffsfonds zu beteiligen. Die “Beraterbank” hatte aber verschwiegen, dass sie selbst für die Vermittlung der Beteiligung satte Provisionen erhielt, die nicht in dem Verkaufsprospekt ausgewiesen waren.

Nach dem Urteil des Landgerichts Bielefeld wäre die Bank aber zu einer anleger- und objektgerechten  Beratung des Kunden verpflichtet gewesen. Diese setze voraus, das der Kunde über etwaige Rückvergütungen (Vermittlungsprovision der Bank) aufzuklären sei. Dabei sei auch die Höhe der Rückvergütung von der Aufklärungspflicht umfasst, denn nur so könne der Kunde beurteilen, ob die Anlageempfehlung allein in seinem Interesse erfolge oder im Interesse der Bank, möglichst hohe Rückvergütungen zu erzielen.

Die Ansprüche sind nach Ansicht der Gerichte nicht verjährt, weil der Kunde von der Zahlung der Vermittlungsprovision an die Dresdner Bank AG keine Kenntnis hatte.

Die den Anlegern prognostizierten Ausschüttungen des Fonds blieben aus. Die aktuellen Probleme des Schiffsfonds resultieren einerseits aus negativen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, einer schwachen Nachfrage nach Ladekapazitäten, einem anhaltend hohen Schiffsangebot und sinkenden Charterraten.

Da die Beteiligung an dem Schiffsfonds erstmals zum 31.12.2025 kündbar ist, bietet sich für den Anleger wegen § 199 Abs. 3 BGB noch bis zum 31.12.2016 die einmalige Chance, aus dem Fonds ohne größere Verluste auszuscheiden, da die Commerzbank verpflichtet wurde, bei der Schadensabwicklung die Anteile des Kunden zu übernehmen.

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